Depression und Hypnose­therapie

Was ist eine Depression?

Neben den Angststörungen gehören Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und werden den affektiven Störungen zugeordnet. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken liegt in Deutschland bei etwa 11%. Dabei sind Frauen etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Jeder Mensch ist irgendwann im Laufe seines Lebens mal traurig, betrübt oder lustlos. Hier handelt es sich oft um eine normale Reaktion auf eine psychische Belastung. Eine wirkliche Depression ist mehr al nur ein vorübergehendes Stimmungstief. Von einer Depression spricht man dann, wenn die Symptome länger als zwei Wochen anhalten. Die Hauptsymptome einer Depression sind:

  • gedrückte Stimmung
  • Interessenverlust
  • Antriebsminderung

Die Nebensymptome sind:

  • Denk- und Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Verlust von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
  • unbegründete Selbstvorwürfe und Schuldgefühle
  • negative und pessimistische Zukunftsperspektive
  • Suizidgedanken
  • Antriebsminderung

WICHTIG – Sollten Sie aktuell Suizidgedanken haben, suchen Sie sich bitte umgehend professionelle Hilfe! Wenden Sie sich bei deshalb unbedingt an Ihren Arzt oder eine Hilfsstelle z.B. Notarzt oder Notaufnahme eines Krankenhauses in Ihrer Umgebung.

Bei einer akuten Krise können Sie sich auch an die Telefonseelsorge wenden. Diese ist rund um die Uhr kostenfrei unter der Telefonnummer 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 zu erreichen. Falls Sie noch nicht volljährig sind, rufen Sie bitte unter der 0800-1110333 an. Hier können Sie diskret ein erstes Gespräch führen und Ihre Suizidgedanken erwähnen. Die Telefonseelsorge hält viele Möglichkeiten parat, um schnell eine gute und solide Unterstützung zu vermitteln.

Im Gegensatz zu Gefühlen von Trauer oder Lustlosigkeit verschwinden Depressionen nicht von alleine. Hier ist eine professionelle Behandlung angezeigt. Sollten Sie bei sich selbst Symptome eine Depression feststellen, die bereits länger als zwei Wochen anhalten, dann zögern Sie nicht und vereinbaren einen Termin bei Ihrem Hausarzt. Dieser wird dann alle weiteren Behandlungsschritte in die Wege leiten.

Ozean, Traurigkeit
Foto: Designed by Rawpixel.com

Welche Ursachen kann eine Depression haben?

Die möglichen Ursachen für eine Depression sind sehr vielschichtig. Zu berücksichtigen sind neurobiologische, psychologische und soziale Aspekte.

  • genetisch bedingte Anfälligkeit
    Das Risiko, ebenfalls an einer Depression zu erkranken steigt mit zunehmendem Grad der Verwandtschaft zu einer bereits erkrankten Person.
  • Ungleichgewicht im Neurotransmittersystem
    Während einer depressiven Phase sind im synaptischen Spalt zwischen Nervenzellen und Gehirn Serotonin und Noradrenalin nicht ausreichend vorhanden. Weiterhin ist die Entstehung einer Depression auf ein Ungleichgewicht im cholinerg-aminergen System zurückzuführen. Ein Übergewicht des cholinergen Systems fördert eine depressive Phase.
  • hirnmorphologische Veränderungen
    In bestimmten Hirnarealen verändert sich die graue Substanz. Außerdem scheinen während einer schweren depressiven Episode die Durchblutung und die Stoffwechselaktivität vermindert zu sein.
  • chronobiologische Faktoren
    Depressionen treten überzufällig oft im Frühjahr oder im Herbst auf. Außerdem sind bei schweren Depressionen auch Schwankungen im Tagesverlauf zu beobachten. Typisch sind hier das frühe Erwachen, oft mehrere Stunden vor dem Klingeln des Weckers und das Morgentief.
  • psychoreaktive Faktoren
    Der Ausbruch einer Depression kann durch stressauslösende Lebensereignisse und -umstände begünstigt werden. Beispiele sind: Verlust von Bezugspersonen, Todesfall/Trauer, Schwangerschaft und Geburt sowie auch Konflikte am Arbeitsplatz oder in der Partnerschaft/Familie, Unfall, Krankheiten
  • kognitive und lerntheoretische Aspekte
    Menschen, die gerade eine depressive Episode durchleben, weisen ein typisches Denkmuster auf. Umwelt, Zukunft und die eigene Person werden oft negativ wahrgenommen. Dies verstärkt die bereits vorhandene depressive Stimmungslage.
  • psychodynamische Aspekte
    Man geht hier von einer Fehlentwicklung des Selbstwertgefühls aus.
  • Persönlichkeitsfaktoren
    Bei Menschen, die an einer unipolaren Depression erkrankt sind, lassen sich folgende Charaktereigenschaften häufig finden: Perfektionismus, ausgeprägte Ordentlichkeit, hoher moralischer Anspruch und hohe Leistungsbereitschaft und gleichzeitig großer Aufopferungsbereitschaft

Dunkle Wolken
Foto: ChristopherPluta / Pixabay

Schweregrade und Erscheinungs­formen einer Depression

Die Einteilung der Schweregrade einer Depression erfolgt laut ICD-10 in:

  • leichte depressive Episode
    Hier finden sich über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen zwei Hauptsymptome und zwei Nebensymptome. Die Symptome sind nicht besonders ausgeprägt, sodass die Lebensgestaltung und die Berufstätigkeit betroffener Personen nur teilweise eingeschränkt sind.
  • mittelgradige depressive Episode
    Hier lassen sich zwei Hauptsymptome und drei Nebensymptome diagnostizieren. Auch hier müssen die Symptome mindestens zwei Wochen vorliegen. Betroffene Personen haben einen Leidensdruck und können ihren sozialen, häuslichen und beruflichen Verpflichtungen nur unter erheblichen Schwierigkeiten nachkommen.
  • schwere depressive Episode
    Hier lassen sich 3 Hauptsymptome und 4 Nebensymptome feststellen. Wie bei allen anderen Schweregraden müssen diese über zwei Wochen bestehen. Bei besonderer Schwere der Symptome kann eine schwere depressive Episode auch vor Ablauf der zwei Wochen diagnostiziert werden. Zudem können auch psychotische Symptome (Wahnideen, Halluzinationen) auftreten. Hier ist eine betroffene Person nicht mehr in der Lage, seinen Pflichten und Anforderungen nachzukommen. Es besteht akute Suizidgefahr!

Es gibt nicht die Eine Form der Depression. Die Erscheinungsformen einer depressiven Erkrankung sind sehr vielfältig. Die meisten Menschen erkranken an einer unipolaren Depression. Das heißt, die einzelnen Phasen sind ausschließlich durch depressive Symptome gekennzeichnet. Diese können aber auch im Wechsel mit manischen Symptomen (Antriebssteigerung, krankhaft gehobene Stimmung, beschleunigtes Denken) auftreten. Dann liegt eine bipolare affektive Störung vor.

Viele Menschen erkranken in ihrem Leben an einer depressiven Störung. Viele von ihnen einmalig. Wenn diese Phasen im Leben wiederholt auftreten, dann spricht man von einer rezidivierenden depressiven Störung. Die einzelnen Episoden können durch belastende Lebensereignisse ausgelöst werden und akut oder schleichend beginnen.

Die Dysthymia zählt ebenfalls zu den depressiven Erkrankungen. Hierbei handelt es sich um eine andauernde depressive Verstimmung, die mindestens zwei Jahre anhält. Die Ausprägung der depressiven Symptome ist nicht so stark wie bei anderen Formen der Depression.

Blumen, verwelkt
Foto: PublicDomainPictures / Pixabay

Die verschiedenen Formen einer Depression werden im klinischen Alltag gerne nach der vorherrschenden Symptomatik oder dem Zeitpunkt des Auftretens unterteilt. Dabei werden folgende Krankheitsbilder beschrieben:

  • Bei einer larvierten Depression stehen eher körperliche Beschwerden im Vordergrund. Das heißt, die depressive Erkrankung "versteckt" sich hinter Symptomen wie zum Beispiel Kopf,-Gelenk- oder Muskelschmerzen, Appetitmangel, Gewichtsverlust, Verstopfung, Unterleibsschmerzen oder Störungen der Sexualfunktion. Typisch ist, dass keine organischen Ursachen gefunden werden.
  • Neben der larvierten Depression gibt es auch noch eine agitierte Depression. Hier stehen Rededrang, motorische Unruhe und ein ständiges Kreisen der Gedanken im Vordergrund. Neben diesen Symptomen treten außerdem Schlaflosigkeit, Konzentrations­störungen, Schuldgedanken sowie Mangel an Antrieb und Durchhaltevermögen auf. Hierdurch ist dann die Diagnose einer depressiven Erkrankung gerechtfertigt.
  • Stehen bei einer Depression Zwangssymptome im Vordergrund, dann spricht man von einer anankastischen Depression. Betroffene Personen zeichnen sich außerdem durch übermäßige Gewissenhaftigkeit und Ordnungsliebe aus.
  • Depressionen, die bei Frauen in den ersten Wochen nach der Entbindung auftreten, bezeichnet man als Wochenbett­depression oder postpartale Depression. Diese können mehrere Monate anhalten und treten bei 10-15% der Frauen auf.
  • Formen, die regelmäßig im Spätherbst oder Winter auftreten, zählen zu den saisonalen Depressionen. Sie sind oft mit Heißhunger, Gewichtszunahme und einem vermehrten Schlafbedürfnis verbunden. Wesentlich seltener sind Sommerdepressionen und betreffen hauptsächlich Frauen zwischen 20 und 40 Jahren.
  • Depressive Symptome treten auch bei den sogenannten Anpassungs­störungen auf. Ursachen sind in entscheidenden Lebensveränderungen oder einschneidenden Lebensereignissen zu finden. Das können sein: Trennung, Trauerfall, Verlust des Arbeitsplatzes Heirat, Geburt eines Kindes, Ruhestand. Man spricht dann auch von einer reaktiven Depression. Die depressive Phase kann hier von kurzer Dauer sein, aber auch länger anhalten.

Auch aufgrund einer organischen Ursache können sich depressive Symptome entwickeln. Zugrunde liegen können hier zum Beispiel:

  • Störungen im Hormonhaushalt und/oder des Hirnstoffwechsels
  • Erkrankungen oder Schädigungen des Gehirns
  • Unterfunktion der Schilddrüse etc.
  • Anämie aufgrund von Eisen-, Vitamin B12- oder Folsäuremangel

Nebel, Weg, Person
Foto: Free-Photos / Pixabay

Hypnose­therapie bei Depressionen

Ich weise Sie darauf hin, dass eine Hypnosebehandlung keinen Arztbesuch ersetzt. Eine korrekte Diagnose im Vorfeld einer Hypnosebehandlung ist unumgänglich. Nur, wenn bei Ihnen die Art und Ursache der Depression feststeht, kann ich mit der Hypnosetherapie beginnen. Endogene Depressionen, also Depressionen mit unklarer Ursache, bzw. organisch bedingte Depressionen sind von einer Behandlung mit Hypnose ausgeschlossen. Wichtig ist mir außerdem, dass Sie durch einen Facharzt betreut und bei Bedarf auch medikamentös behandelt werden.

Zu Beginn steht immer ein ausführliches Anamnesegespräch. Hier geht es darum, Sie als Person besser kennenzulernen.

Bei Depressionen gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit der Hypnose zu arbeiten. Allerdings weichen die Techniken im Vergleich zu anderen Indikationen ab. Klienten, die an einer Depression erkrankt sind, benötigen eher aktivierende Methoden, zum Beispiel eine Aktiv-Wach-Hypnose. Dies ist eine Hypnose unter kontinuierlicher körperlicher Bewegung.

Besonders gut sprechen Menschen mit reaktiven Depressionen auf Hypnose an. Diese können bspw. in Folge sehr einschneidender oder trauriger Ereignisse (z.B. Verlust des Arbeitsplatzes, Tod eines Angehörigen oder einer nahestehenden Person, Trauer) oder aber aufgrund einer anhaltenden Belastung (z.B. Probleme in der Partnerschaft oder am Arbeitsplatz, familiäre Schwierigkeiten) auftreten. Mit Hilfe der Hypnoanalyse ist es möglich, den Ursachen und Hintergründen Ihrer Depression auf die Spur zu kommen und neue Verhaltensmuster für die Zukunft zu entwickeln. Hier nutze ich Aspekte aus der Systemischen Therapie, damit Sie wieder neue Lebensziele aufbauen können.

Eine ausführlichere Beschreibung zur Systemischen Therapie finden Sie auf meiner Homepage für Beratung, Coaching und Therapie.

Aber auch Anwendungen, mit denen Ihr Unterbewusstsein Raum bekommt, eigene Lösungen zu finden, können eingesetzt werden. Typisch sind diese Methoden zum Finden und Reaktivieren Ihrer eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten.

Sehr gerne arbeite ich auch mit positiven Visualisierungen. Das bedeutet, ich unterstütze Sie in der Hypnose dabei, positive Erinnerungen und Gefühle zu erleben oder sich selbst mit einem Lächeln zu sehen.

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Burnout, Hypnosetherapie

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